Schlaf schneller, Genosse

Mal Was Gutes Von Peter Hacks

An den Linken tut hauptsächlich ihr eingeschränkter Kulturbegriff stinken. Hardcore-Emblematiker dieser Szene verweisen schon seit längerem einfallslos auf Peter Hacks, dem noch nicht so lange verstorbenen Künstler mit Zigarettenspitze, Diener und Landsitz im selbstgewählten Dienst am Sozialismus. In früheren Zeiten war Bert Brecht der Mann für die Leute, denen sonst nichts eingefallen ist. Zugegeben war Hacks ganz lustig, aber mitnichten der klügste Mann für alle Lebenslagen, als den ihn “junge Welt” einschließlich/zuzüglich Wiglaf Droste nicht müde werden, zu hypen. Bald kommt “Heile Welt”, sein Ausflug in die Liebeslyrik, beim Eulenspiegelverlag raus. Kann man größtenteils vergessen, diese ältlichen und langweiligen Annotationen eines umständlichen Klugscheissers für das andere Geschlecht. Merkfähig allein seine Gleichsetzung von Liebe, Sex und Sowjetmacht in der Person von Josef Stalin. Das ist sehr putzig, wenngleich ernstgemeint - also ebenso originell wie jenseits. Aber so soll das Begehren doch auftreten oder etwa nicht?

http://www.jungewelt.de/2006/11-17/025.php