Schlaf schneller, Genosse

Breaking the Waves

Die Mutter ist da und es ist nicht schlimm. Komisch, keine besonderen Vorfälle. Das ist der neue Frieden, denkt man. Und dann ist man in diesem saublöden Europa-Center und man findet nichts zu essen. Nichts, was der Mutter gefallen will. Sie sucht, sie guckt, sie wird nervös. Eine Prüfung denkt man und man denkt schlecht. Wie kann man nur. Und da fällt sie schon die letzten Stufen von der Rolltreppe. Wie Frau Tüttelig. Jesus Christus straft sofort den kleinsten Hass, denkt man und hilft dem armen Geschöpf auf die Beine.

Sein Und Zeit (6) Senioren-Union Tilman Rossmy

Die Geworfenheit in den Kollaps der Musikindustrie hat Tilman Rossmy noch nie interessiert, verkauft er doch seine Platten wie Blei, konequent schon seit 10 Jahren im Eigenvertrieb. Er mag es grundsätzlicher: “Lasst uns mal über das Altern reden. Gibt ja unterschiedlichste Rangehensweisen dafür. Haare wachsen lassen? Sneaker oder Halbschuhe? Weniger trinken, Yoga betreiben und Sonntags Tatort sehen? Auch interessant- was für Musik hören? Die alten Platten, die neuen Platten, gar keine Platten?” Solche Grundfragen formuliert für Rossmys Waschzettel Ale Dumbsky, Ex-Goldene-Zitronen und Ex-Buback-Plattenmogul und Ex-Reklame-Model. Die Platte heisst “In einem fremden Land”.

Das Ist Es! Das Ende!

Bauch kennt man. Spannt die Jacken. Ergebene Ohnmacht. Guckt man gerne die anderen an. Wer hat mehr? Die meisten. Aber dann — fährt man sich mit der Hand beim Imbiss verlegen wie einst Willy Brandt am Hals herum und da ist es dann: Das Doppelkinn. In aller Weichheit angedeutet. Das Ende! Das Sterbebett!

SM - Konzept Und Praxis

Sie erzählt, als sie im Bett die Handschellen benutzten, da hätte sie nach zehn Minuten gefragt: “Was soll ich jetzt tun?”

Aus Den Worten Meiner Grossen Vorsitzenden (2)

Die Typen aus dem Osten wollen in der Masse untergehen (ausgenommen: die aus Ostberlin), die Typen aus dem Westen wollen aus der Masse hervorstechen. Deshalb haben sie immer eine andere Meinung.

Amnesty Gegen Unterhemd - “Jungle World” Schlug “Junge Welt” Erstmals 2:0

Die historische Spaltung der Arbeiterklasse wurde heute kurzzeitig spielerisch außer Kraft gesetzt. Im Rahmen des Hallenfussballturniers der sogenannten Autorennationalmannschaft in Berlin-Mitte kam es zum geschichtsträchtigen Lokalderby. Erstmalig trafen die Betriebsmannschaften der feindlichen Brüder und Schwestern der bundesdeutschen publizistischen Loony Left für 10 Minuten aufeinander: Die “Jungle World” schlug die “junge Welt” mit 2:0. Acht Minuten war das Spiel fair verteilt, dann arbeitete sich der “Jungle” zwei schöne Tore heraus, die den ansonsten brillant haltenden Nachfahren eines früheren Politbüromitgliedes der SED im Kasten der “jW” machtlos aussehen liessen. Die “Jungle World” trat in blauen Trikots von “Amnesty International” an, die “junge Welt” in poshen weißen Unterhemden, ihr jüngster Spieler war ungefähr 10 Jahre alt. Gewonnen hat das Turnier die Schaubühne, die vor 30 Jahren mal Avantgarde-Theater waren. “Jungle World” wurde vierter, “junge Welt” sechster.

Rolling Stones

  • Die Verbrecher! Die Diebe! Die Mörder!
  • Ich hab’ nichts gegen die.
  • Ich glaub’, die widerlichste Band aller Zeiten.
  • Ach ja.

Wer Man Wirklich Ist

Der schöne alte Knuddelmuddel Gérard Depardieu betrachtet Obelix als sein wahres Wesen, “er sieht aus wie ich”. Er ziehe Obelix allen anderen Rollen vor, würde sie jemand anders spielen, “wäre ich sehr traurig, denn es würde bedeuten, dass ich meine Kindheit verloren hätte”. Meine Rollen: Big Mama Thornton, Oma Duck, Renate Schmidt.

Bildungskatastrophe “Big Brother”

Unterhalb der Aufmerksamkeitsgrenze hat die neue Staffel von “Big Brother” angefangen, irgendwo tief hinter dem Fernbedienungshorizont. Dem Vernehmen nach soll das Bildungsniveau der Kandidaten in diesem angeblichen Unterschichts-TV viel höher sein als vor zirka sechs Staffeln. Manche gingen zu “Big Brother”, um sich mal eine Auszeit von der Universität zu nehmen. Treuherzig erinnern wir uns alle noch an Sladko “The Brain”. Das war ein Mann, der wußte wo der Hammer hängt.