Schlaf schneller, Genosse

Trockene Hände in Der Sad World

sl lazyEigentlich mag ich Second Life ja ganz gerne. Das Flirten beim Chatten ist ein wenig interessanter und alles ist irgendwie zwangsläufig roadmoviesk. Nachteil ist aber: a.) ewiges Lag beim Chatten b.) sich im Körper unwohl zu fühlen bei jeder Bewegung, es ist stets ein unsexy hakeln und ruckeln c.) mehr oder minder extra einen Rechner dafür abrichten zu müssen d.) jeder redet noch mehr nur über Projekte als im richtigen Leben.

Das schlimmste ist aber dass Second Life ein Vertreter dieser Beschäftigungen am Computer darstellt von denen man trockene Hände bekommt und in eine müde Trägheit verfällt, sobald man mehr als 1 min. nichts macht. Eine derartige Bewegungsunlust nahe der Bewußtlosigkeit (sogar mit wehrlos offenem Mund) ist nur reproduzierbar wenn man ein Video eines beliebigen Live-Acts auf youtube anschaut oder seinem Bruder stundenlang beim Hang-On Spielen zusieht.

Spät, Später, Am Spätesten (Gähn)

Geschmacksfragen sind der Feind. In den neuen “Streifzügen” (Nr. 40/Juli 2007) versucht Roger Behrens zu erklären, warum das Altwerden in der Popmusik selten kulturpolitisch befriedigend funktioniert: “Dass Ton Steine Scherben keinen Spätstil ausbilden, ist für die Popmusik insgesamt signifikant und findet sich bei den Rolling Stones, bei Yes, The Who, Bob Dylan, The Cure, bei The Residents oder bei Donna Summer gleichermaßen. Die Ausnahmen - Frank Zappa, The Fall… - bestimmen die Regel, die da lautet: Der Spätstil scheitert am Stil überhaupt. Stattdessen wird die Ästhetik vom Ausdruck dominiert; und deshalb kann man die Musik von Ton Steine Scherben nach gusto, und das heißt leider auch geschmäcklerisch fortsetzen: als reine Kunst, losgelöst vom gesellschaftlichen Kontext. Darin unterscheiden sich die Coverversionen bei der Punkband Slime kaum von denen, die Marianne Rosenberg gesungen hat: Es sind persönliche Vorlieben, die einzig darüber entscheiden, ob man das mag oder nicht. Dass es sich hierbei keineswegs um ein Privatproblem einzelner Musiker oder Bands handelt, sondern um ein grundlegendes Problem emanzipatorischer Praxis im Sinne radikaler Kultur, ist bisher kaum erkannt worden.”

Neil Young, Der Alte Gegen Den Wind Pisser..

“Bei den Trocknern gibt es Mick, Neil und Bono. Nur Neil ist im Moment frei!”. “Nein. Ich warte bis Mick frei ist. Neil trocknet ja sowieso wieder nicht richtig.”.

Bei Der Unter-anderem-Kellnerin Zu Hause

Und ich mach die dünnen Decken rauf? Und ich spüle die neuen Hefeweizengläser? Und ich koch jeden Abend? So möchtest Du das haben?! - Nein, die Gläser habe ich gespült.

Die Alte-Männer-Armee

Die Alte-Männer-Armee* liegt zu Hause auf dem Sofa und liest alle zwei Monate die Max-Dax-“Spex”. Irgendwie gut, irgendwie abgehangen, irgendwie Weinbrand - erzählen sie sich auf den Parties, auf die sie alle zwei Monate mal gehen (und früh wieder weg). Zu Hause haben sie mehrere Dylan-CDs bis Mitte 70er, mindestens.

*Die Alte-Männer-Armee mag keinen Bernd Begemann, ausser vielleicht Die Antwort und Begemanns 1. Platte “Rezession Baby”, aber sie hört gern sein “Ohrensessel”-Podcast.

Michael Rudolf Ist Tot

Er war ein Genie, schreibt Jürgen Roth in der “jungen Welt” von morgen.

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Irgendwo jetzt gelesen, dass Jens Friebe, ja dieser nette Kiepenheuer & Witsch-Antialkoholiker, sagt, DJ Hell hat recht, wenn er meint, die beste Zeit im Club ist halb eins. Friebe ergänzt: und vier. Denn da bleiben alle da. Entweder man geht bis drei oder man denkt darüber erst um fünf wieder nach.

Dein Schlimm Ist Mein Ganz Schlimm

Die neue Tocotronic zehrt doch schon wieder sehr an den Nerven. Das Dichterische und Liedermacherische. Schön: das blöde vorneweg marschierende Schlagzeug im Titellied, das ja mal wieder ein Hit ist.

Das Reingeschlichene Klavier (Aus Den Elvis-Annotationen)

“Heartbreak Hotel” von Elvis Presley ergreift nicht, weil der King stöhnt, nicht, weil die Gitarre gegen Ende schubartig kiekst; nur, weil sich das Piano immer stärker in den Vordergrund schiebt, bis nichts mehr übrig bleibt als ein sehr dezent und verlegen ins Nichts flüsterndes Klavier. Only the lonely.