Schlaf schneller, Genosse

Handbuch Peter Hein

In einem Monat erscheint die neue Fehlfarben, “Handbuch für die Welt”. Relativ überflüssig, det janze. Peter Hein wohnt jetzt in Wien und singt: “Am Ende das Meer, wirf mich hinein”. Der Erstickungstod soll ein schöner sein, heisst es.

Wenn Der Biomann Kommt (2): Anti Burger-Filme

k-burger.jpgHabe ein bisschen Angst dass der neue Eating-Film in dem auch Avril Lavigne mitspielt wieder so ein Reisser zum Wohlfühlen für den modernen Nichtsesser und mal-nen-guten-Rotwein-Trinker wird. Wie damals bei Supersize Me diese extrem unrealistische Szene, in der der Protagonist kotzen musste, nur weil er halt einen Supersize-Burger gegessen hat. Und: klar wenn ich einen Monat nur McDonalds esse und keinen Sport treibe, ist das ungesund. Aber: Schonmal das Publikum im McDonalds mit dem Markt-Publikum verglichen? Auf dem Markt ist eine Versammlung von schwachen, gerne mal gehbehinderten, doch aufs unangenehmste konzentriert angepassten Menschen mit seltsamen Pigmenten im Gesicht während im McDonalds junggebliebenes Testosteron-gepushtes Publikum sein subversives Unwesen treibt. –>Draw!

Wenn der Biomann kommt (1): E-Click

Musik Zur Zeit

“Kevin Kuranyi, alte Salami” singen die Kinder.

Streitkultur (Hardcorevariante)

Er sei heute nur ausgegangen, weil er müde sei. Und nach einem Pseudostreit mit seiner Freundin. Als er mit ihr stritt, sei sie eingeschlafen. Das wären die härtesten Streits.

Wiedersehen in Berlin

“Hallo. Und wie gehts dir?”. “Gut. Etwas stressig wegen Arbeit. Mir langts langsam.”. “Sei doch froh, in 10 Jahren bist du der einzige der in Berlin arbeitet.”

Alles Was Uns Fehlt

“Frustriert ist dagegen immer das bequemste, was einer sein kann.” Donna San Floriante in der Literaturbeilage der “jungen Welt” von heute.

Godard Durchlaufen

Durch die Berge, durch die Wüste gewandert. Schwere Bücher gelesen und dabei weggenickt. Meine Liebste lag auf mir, ihren Po berührt. Das Werbefernsehen weggezappt. Im Museum gewesen. Im Bus aus dem Fenster gestarrt. Anschliessend das Gefühl gehabt, den ganzen Tag gearbeitet zu haben, früh ins Bett. Das macht Jean-Luc Godard mit dir - gestern zum ersten mal “Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß” (1967) gesehen.

Okayness in Der Zirkuskuppel, Ratlos: Die Neue “Spex”

Die neue “Spex” in der neuen Stadt mit der neuen Redaktion und der neuen Erscheinungsweise beginnt very crank. Das vorab unter starken Druck geratene Dax-Imperium schlägt zurück und feuert im Editoral von halb-rechtsaußen: Nein, Pop soll niemals antifaschistisch sein, dafür ist Kurt Cobain nicht gestorben. Spass soll das machen, habt ihr das gehört, ihr Diederichsens, Gurks, Holerts? Spass, ihr Arschlöcher!

Leider sind diese Leute seit Ewigkeiten nicht mehr dabei, von den Leichtmatrosen der letzten Jahre, den Glietsch’, Thomas’ und Viehmanns sind solche Problembelatscherungen in keinster Weise überliefert. Ausser dem in seiner Understatement-Redlichkeit fast heiligen Frömberg ging denen die Linke doch glatt am Plattenloch vorbei. So wie fast allen, die bis drei zählen konnten, die Kölner “Spex” mit ihrer Otto-Katalogartigen Durchmagazinierung. Die Berliner “Spex” wirkt dagegen, als wäre die “junge Welt” von der “Jungle World” übernommen worden. Nach dem sagenumwobenen Motto: Etwas lernen, etwas leisten. Laaange Texte, schöööne Bilder, weeeniger Reviews. Hier geht es so ruhig zu wie im alten Heft auch, nur dass da Rasanz suggeriert werden sollte. Die ist nun abgeschafft - mit Pasolini, Kippenberger und zum Schluss gibt es Dylanologie, als kaufte man einen etwas zu salzigen spanischen Räucherschinken. Für alle Menschen, die noch nicht gestorben (oder älter als 35) sind. Die werden sich über den Schwerpunkt “Berlin-Rap-Untergrund” wundern wie Touristen über kaputte Parkbänke, vorallem über die einzigen Poptheoriefragmente, die von der “Energieform Geld” und der “Energieform Porno” raunen. Die Ehefrau von Royal-Bunker-Chef Marcus Staiger findet das jedenfalls eklig. Einmal mehr eine dieser hübschen Max-Dax-Zeitschriften, die allesamt eingehen, weil sie keiner existentiell benötigt. Sympathisch, wie er sich von Nick Cave im Interview anherrschen lässt oder vom Bier und Kippen verschlingenden Mark E. Smith beeindruckt ist. Bizarr, wie Jochen Distelmeyer den Obermarxisten (Erich-Fromm-Flügel) raushängen lässt, um dann doch den Konformisten zu markieren: “Ich kämpfe nicht. Ich bin einfach nur da”. So verhält es sich auch mit diesem Heft.

Spass Am Zählen

Früher immer meine Spiderman-Comics alle 2 Tage durchgezählt, obwohl ja nur alle 14 Tage ein neues hinzukam. Ist das jetzt natürlich oder das andere (das eher begehrenswert lockere)? Warum scheint das analfixierte Zählen so endogen? a.) Weil ich ein gaaanz spezieller Looser oder Winner bin b.) Weil es ein Spiel ist. c.) Weil das natürliche nicht mehr wert ist als das künstliche.