Schlaf schneller, Genosse

Genderfragen Auf Dem 23c3

23c3_135x122_23c3.jpgMal ein Beispiel: Saal3. Langweiliger Ausreden-Vortrag eines Microsoft-Mitarbeiters. Saal zu 80% voll. Zuhörer sitzen halt da. 40% hacken in Shells rum. Fragerunde: Mehrere genialische Fragen männlicher Zuhörer gehen an einem vorbei. Dann eine weibliche Stimme. Windende Wendehälse allenthalben. Ei, Wer spricht denn da? Und wie sieht sie wohl aus?

Ansonsten scheinen “weibliche Hacker”, die diesmal zur besten Sendezeit in Saal 1 die Genderfrage diskutieren, das jahrelange harte Lurking-Training einfach zu überspringen und landen direkt (und verhältnismäßig zahlreich) als Superheldinnen zB mit implantiertem Magnet auf den Vortrags-Aufnahme-Spuren. Die sonstigen 3% Frauen in der grossen trägen Masse scheinen nur als Freundin bzw. sogenannte “Attachments” vorzukommen.

Das Ewige Versprechen Der Riesen-Portion

Ich bin diese Art von achtlos hingehauenen, bei näherer Überprüfung stets verpuffenden Verheissungen einfach leid:

  • “Die haben Schnitzel die über den Teller hinausragen.”

  • “Der Koch macht riesige Portionen Gyros, die man gar nicht schaffen kann.”

  • “Da gibt es gigantische Pizzen”. “Durchmesser?”. “Weiss nicht, früher haben die jedenfalls auf keinen Teller gepasst.”.

Gibt es alles nicht!

Als wäre gerade das eine Domäne, bei der aus Verlegenheit einfach mal eine oberschlecht recherchierte Anekdote erzählt werden könnte.

Monster Cars (Nachruf Auf Heiligabend)

Unterm Baum beim Lebensabschnittspartner von früher. Ausgepackt werden unter anderem zwei zigarettenschachtelgrosse Autos mit Fernbedienung. Zuerst wird erkannt, dass die höchstens vorwärts gesteuert werden können, dann wird klar, dass sie stehenbleiben und rückwärtsfahren wie sie wollen, schließlich scheinen sie wenn überhaupt nur auf einer Fernbedienung zu fahren. Das kleinere Kind nimmt sie hoch wie Schildkröten und patscht sie dahin, wohin es will. Das grössere Kind redet unentwegt von ganz anderen Dingen. Philosophische Deutungen drängen sich auf.

I’m Godfather and Dead (1929-2006)

James Brown war wie Mike Tyson - er konnte einen in 1,5 Minuten ko schlagen. “Für einen Mann, der mehr geleistet hat als Beethoven, Bach und Brahms muss es doch einen Platz geben.” Brown wuchs als Waise erst in einem Bretterverschlag, dann in einem Bordell in Georgia auf. Ohne Vater wurde Tyson bis zu seinem 12. Lebensjahr 40 mal in New York verhaftet. Brown war wie Tyson der stärkste Typ von allen und Vereinigungsweltmeister, aber 100 Jahre länger im Geschäft (und im Gefängnis). Für Frauen lebensgefährlich auf die üble Art. Say it loud: Anders als Tyson hatte Brown die beste Backing Band der Welt (JBs) und ein revolutionäres Label (People).    

Was Sepp Herberger Vergessen Hat

Nora Tschirner: Papa, wovon sprichst du?

Heinz Hoenig: Ich spreche davon, dass man seine Liebe niemals aufgibt - noch nicht mal für den Fussball.

(in “FC Venus”, 2006)

Materialien Zu Einer Soziologie Des Büroalltags (7)

A: Krass. B: Mmph. A: Eben hat mein Gehirn eine philosophische Richtung verbrannt. B: Was?! A: Ich weiss nicht mehr, wie der Dings…der Dings…der Dings heisst. B: Der Dings? A: Der mit Jeremy Bentham. B: Utilitarismus. A: Genau! Ich habe neuerdings Löcher im Gehirn. B: Warum? A: Das weiss ich nicht. Das ist Teil der Krankheit.

Berg Und Tal Mit Der Alten Nummer Eins

Der sonst so verschlossene sehr gute Torhüter Oliver Kahn denkt im neuen “Stern” laut: “Ich bin 1994 mit dem Karlsruher SC im Halbfinale des UEFA-Cups gescheitert, zwei Jahre später habe ich mit dem FC Bayern diesen Pokal geholt. Ich habe 1999 die Champions League auf brutalste Weise verloren, und dann habe ich sie zwei Jahre später gewonnen, wie man sie nicht schöner gewinnen kann. Ich habe 2002 die WM im Finale unglücklich gespielt. Diese Logik - und an solche Phänomene glaube ich immer noch - hätte sich bei der WM 2006 fortgesetzt. Bei vielen Karrieren gehen oftmals großen Erfolgen immer heftige Niederlagen voraus, das ist so eine Art Prüfung: Hast du den Erfolg überhaupt verdient? Anscheinend musst du dafür erst mal leiden. Deswegen bin ich davon überzeugt, dass dieses Muster, oder wie auch immer man das bezeichnen mag, möglicherweise wieder eingetreten wäre.”

Im Bett Mit Johannes Calvin

Ziemlich unbeobachtet erscheint bei Gruner & Jahr die Zeitschrift “emotion”. Für alle Hartz IV-Aspiranten, Sowieso-Sexualfrustrierte und angehende zölibatäre Linguisten hat die Medizinerin Vivian Pramataroff im neuen Heft die calvinistische Lösung schlechthin versteckt: “Sexuelle Zufriedenheit ist ein geduldiges Sammeln. Dazu gehören auch Zeiten, die sexuell nicht so erfüllt sind.”