Schlaf schneller, Genosse

Konstanten in Der Politischen Ökonomie

Berlin-Mitte, 13.11.2006, vor einem Supermarkt. Obdachloser: “Wollen Sie eine Zeitung?”. Ich: “Nein Danke”. Obdachloser: “Danke”.

Frankfurt/Main, 27.12.1973, Hessischer Rundfunk, Sendung zum neuen Doppelalbum von The Who, “Quadrophenia”. Moderator Volker Rebell: “‘Helpless Dancer’. Ein Arbeitgeber hat die Macht in den Händen und missbraucht sie. Menschen sterben alt und allein gelassen: Kinderträume werden von Ratten zerfressen: Bomben fallen auf Menschen - da stimmt doch etwas mit uns allen nicht.”  

 

They Never Come Back: Telefon

Wenn es gut läuft, ist ein Telefongespräch nicht zu stoppen. Unaufhörbar wie Rauchen oder Sex. Gilt auch, wenn es schlecht läuft. Natürlich kann man immer auflegen. Aber das, was man gesagt hat, kriegt man nie wieder zurück. Telefonieren bleibt die Beleidigtseinproduktionsmaschine Nummer eins.

Die Schlimmste Müdigkeit

Wenn die Augen zufallen, wird es düster. Eine grosse Gefahr beim Autofahren ist der Sekundenschlaf. Dann ist alles zu spät. Denkt man auch beim Dahinschwinden bei Besprechungen. Schuld ist desöfteren das Mittagessen, der alte Dämon des Nichtgenugkriegenwollens. Oder das Totlabern. Einnicken führt sekundenlang für Erleichterung, trotzdem wird dagegen gekämpft, weil anschliessend Peinlichkeit droht. Doch wahrscheinlich guckt mal wieder kein Schwein. Besser man merkt es nicht (im Gegensatz zum Sekundenschlaf am Steuer). Was man immer merkt, ist der Abbruch von Sex mit der Zu-müde-Begründung. Mindestens für eine Person die Entlassung in die Einsamkeit. Oft entsteht in dieser Person die Idee, es wäre besser, nicht weiter zu leben. Hilflosigkeit ist kein Verbrechen - Künstlerpech.

Dein Feind, Die Nüchternheit

Kaum hat man einen Abend nichts getrunken und auch sonst nichts offiziell ungesundes konsumiert, anschliessend volle acht Stunden geschlafen, ist pünktlich aufgestanden und jenseits allen Stresses auf der Arbeit erschienen, kommen die Mitarbeiter und rufen: “Man, siehst du scheisse aus!” Gendertheoretische Randbemerkung: Scheint nur für Männer zu gelten. Frauen sagen nach vollbrachten hedonistischen Abenteuern: “Jessas, sehe ich wieder scheisse aus!” Dabei gilt in vier von fünf Fällen, dass Frauen um so superber anmuten, je angestrengter sie sich fühlen.

Regeln Fürs Kino

das ginge

  1. Immer Spät- oder Nachmittagsvorstellung

  2. Immer Filme ohne sinnlose Leichen bzw. trauriges Krankenhaus

  3. Bei unregelmäßigen Kinobesuchen ca. 12min. später an Kasse kommen (Werbevorschau wird dann vorbei sein bis man im Kino sitzt)

  4. Bei regelmäßigen Kinobesuchen ca. 24min. später an Kasse kommen (Werbe + Filmvorschau wird dann vorbei sein bis man im Kino sitzt)

  5. Nicht so blöd genau in die Mitte setzen (unnötig), eher an den Rand

  6. Bei Epilepsie-Unempfindlichkeit ruhig in vorderes Drittel setzen

  7. Essen bis zum Vorspann des Hauptfilms komplett aufessen

  8. Platzkarten missachten

  9. Eigene Sitzplatzreihe sollte ganz frei sein

  10. Sitzplatzreihe vor eigener sollte mindestens 5 Sitze Abstand zur nächsten Person bieten

  11. Sitzplatzreihe hinter eigener sollte mindestens 6 Sitze Abstand zur nächsten Person bieten.

    1. Sitzplatzreihe hinter eigener sollte mindestens 5 Sitze Abstand zur nächsten Person bieten
  12. Falls ein Neuankömmling Regel 9-12 verletzt, sollte man sich umsetzen -> Erziehungseffekt

  13. Nie in die bei großen Kinos vorhandene erste Reihe des hinteren Blocks mit der angeblichen Beinfreiheit setzen. Ist nichts besonderes mehr, heute haben alle Plätze Beinfreiheit. Nachteil am einstigen Vorteil ist, das man nicht die Füße hochlegen kann

Anmerkung: Regeln können auch müssen alle aufgehoben werden falls jemand mit ins Kino gehen sollte.