Schlaf schneller, Genosse

Materialien Zu Einer Soziologie Des Büroalltags (2)

A: Leider hat sie in allem recht. B: Aber nicht in dem, was sie anhat. A: Hab ich nicht gesehen. B: Konntest du auch nicht, sie stand ja neben dir. A: Mmph. B: Ich geh immer so zur Arbeit, wie ich mich zu Hause fühle. A: Im Homie-Outfit? B: Ja. Dazu habe ich mich jetzt entschieden. A: Ich lehne das ab. B: Was? A: Zwischen Homie-Bequemlichkeits-Scheiße und Ausser-Haus-Strenge zu unterscheiden. Niemals! Das ist unter meiner Würde.

Aus Den Kriegstagebüchern

In früherer Zeit hatte ich eine Freundin, die äußerte einmal ihre Enttäuschung darüber, daß ich, nachdem ich die Wohnung betreten hatte, sie nicht sofort auf dem Wohnzimmertisch genommen hätte. Später beschwerte sie sich, dass ich nie ihren Rücken streicheln würde.

Mal Grundsätzlich

“Ihr meint, wir wären aus Hamburg - nein, das sind wir nicht. Wir sind auch nicht aus Deutschland - nein, wir sind vom Mars. Or one of the seven stars that shine at six o’clock.” (Knarf Rellöm Trinity: “Move your ass & your mind will follow”)

Wie Willy Brandt Wirklich War

Die ganze Linkssosse der Sozis wird von einer klasse Überschrift vom Klassenfeind in der “FAZ” von heute über ein neues Buch über Willy Brandt auf den Punkt gebracht: “Bewegendes, das nichts bewegte”.

Analoger Schwabbelkram (4): Bankkonto Oder Check Your Head

Weiss jemand, warum das Bankkonto sich nur vernünftig verhält wenn man es kontrolliert? Will sagen: Das Geld ist immer nur weg wenn nicht selbst nochmal Buch geführt wird (geht auch im Kopf). Da über Geld nachdenken aber langweilig ist, wird es einfach vergessen und schon verhält sich das Konto undeterministisch bis wahnsinnig. Wie ein kleines Kind. Zeigt man eine Unsicherheit in der eigenen Buchführung und schaut nicht mit dieser inneren Überzeugung auf den Kontoauszug, dann rattern die S’s nur so weg und man sieht gar kein H mehr.

Ist das eine Erziehungsmaßnahme für einen selber? Das würde mich so enttäuschen. Es geht aber offensichtlich darum zu strafen weil man nicht genug verwaltet hat. Klar sind das auch Computer. Aber irgendwas stimmt hier nicht. Die gefühlte Wahrnehmung kann nicht derart verschoben sein. Es ist wie dieses Rätsel warum immer alle verfügbaren Leute die gerade in Nähe des Bankautomaten, der gerade von mir angesteuert wird eben dorthin zu einer schönen langen Schlange ab- bzw. eingezogen werden.

Zu Analoger Schwabbelkram 1 2 3

Alle Stehen Für Die Monks

Die Punk-, Schwarzkittel- und Techno-mit-Stromgitarre-Erfinder, Eine-Platte-Macher, Zweiakkordspieler und Dreiwortsänger Monks sehen heute aus wie drahtige Willie Nelsons und rühren die Herzen des Überschwangs. In der Berliner Volksbühne gaben sie keine Zugabe, weil sie keine haben. 97 Prozent des Sitz-Publikums stand auf und sah, wie Rentner rückkoppeln. Die Monks klatschten zurück, machten den Daumen und rockten den Banjokoffer. Davon träumen alle Opa-Combos wie PDS und DKP. Bühnengast Mark E. Smith stand tatsächlich auf zwei Beinen, Peter Hein breitete die Radeberg-Arme aus, wollte fliegen und Schorsch Kamerun machte die Nonne am Kreuz.

Doofe Jugend

Die lernts per Definition nie. Gestern am Fenster: Reden, Trinken, Geschrei, Peng, Krach, TatüTata.

An Alle Unter 10 Jährigen:

superheroes.jpgFalls ihr kein genialischer (nicht verrückter) Forscher seid, innerhalb der nächsten 2 Jahre nicht mehr ins All kommen solltet (und die Gene dort durch “kosmische Strahlen” mutieren) oder ihr nicht mehr von einer radioaktiven Spinne gebissen werdet, könnt ihr immer noch sicher Batman werden. Der hat keine Superkräfte und mit 10 angefangen zu “trainieren” (weil seine Eltern von Verbrechern erschossen wurden). Immerhin.

Puzzle-Abend Im Kino

Schade das Filme offenbar immer so komplex angelegt sein müssen! Twists sind ja schön und gut, aber das neurotische daran ist derzeit nicht mehr zu überbieten. Immer muss da so ein “Aha” dabeisein, alle Filme sind mittlerweile wie nervige Spionagefilme, jeder Charakter ist auch genau als Gegenteil zu denken, auf jeden Fingerzeig muss man achten, nichts passiert einfach so wegen der Stimmung oder aus echter Motivation. Liest sich wie eine makabere Erfüllung der gefälligst nie einzulösenden Forderung der herrschenden Anti-Hollywood-Cineasten-Liga nach “anspruchsvollen Filmen”. Nur ein Beispiel jetzt von gestern: “Black Dahlia” war schon deswegen nicht zu ertragen (außerdem aufdringlich Braunfarben und Josh Hartnett zu klar fehlbesetzt), bereits nach einer halben Stunde war mir jedes Schicksal aller Akteure mal wieder völligst egal. Man sollte Filme viel mehr auf jene Art schauen, unschuldig und schweifend.