Sie/Freundinnen. “Unser Mann ist nicht auf dem Boden und macht Breakdance. Da kommt er, der Bodenkriecher.” Er/Sie. “Wollen wir Kaffee trinken?”. - “Ich will keinen Kaffee. Ich will ein Brautkleid von dir.” (schweigt) - “Ey, komm mir nicht mit HipHop, Mann. ich möchte Geigen, Trompeten.” “Kriegst du Prinzessin.” - “Ich geb’ dir noch eine Woche”. Anderes Paar an anderem Ort. “Kartoffelsalat, Würstchen, Mikros, Muschis.” - “Genau.” War das jemals 2003 oder später im Kino? Gibt es jetzt auf DVD.
Unter Altlinken
Früher unterschied man zwischen Bauch- und Kopfkommunisten. Die Bauchkommunisten waren in der Regel knorke, aber auch ein bisschen blöd, weil sie immer der Partei folgen wollten, egal welchen Unsinn die gerade veranstaltete. Die Kopfkommunisten waren in der Regel ebenso verklemmt wie grössenwahnsinnig, weil sie sich die Begründungen dafür ausdachten, der Partei folgen zu müssen.
Es gab auch Mischformen - meistens fanden die Leute, die gar nicht in der Partei waren, deren Politik und Geschichte am allerbesten. Allgemein spricht die stalinistische Barbarei nicht gegen den Kommunismus, aber gegen die Phantasie der Parteikommunisten und ihrer Sympathisanten. Um das festzustellen braucht man keinen Franz Jung zu lesen, es reicht ein einziger Artikel über den Spanischen Bürgerkrieg.
Merkel Einmal Anders
“Sie sind eine Frau mit kühnen Visionen und einem Herz voller Demut”. Das hat der US-Präsident zur deutschen Bundeskanzlerin gesagt.
Gendertrouble (Praktische Übung 1)
Back to Babylon (Was Zu Afrika Zu Sagen Ist)
“Wer hierzulande an Afrika denkt, kriegt schnell ein schlechtes Gewissen. Schließlich befürworten wenige den Sklaven- und Kolonialwarenhandel. Trotzdem profitieren alle davon. In dieser Zwickmühle wird viel Rassismus gemahlen. Millionen Deutsche bilden sich ein, Afrikaner bekämen aus Gründen des Wetters oder der Gene grundsätzlich nichts auf die Reihe. Die wenigen, die vom genauen Gegenteil überzeugt sind und einfach alles supi finden, was aus Afrika kommt, haben vom Prinzip her dasselbe Problem, sind aber trotzdem sympathischer, weil eben seltener.” (Alexander Reich in Junge Welt 13.7. S. 12)
What Exactly Is a Dream, and What Exactly Is a Joke?
Syd Barrett ist gestorben. Ich nehm alles zurück. Bester von allen komischen Grosse-Bruder- oder Grossfreund-Rock-Mythen wie “Vom Fahrrad gefallen und gestorben (Nico)” oder “Jahrelang nur im Bett gelebt (Brian Wilson)”. Nämlich “Lebt bei seiner Mutter und hängt die Wäsche auf”.
Prototyp des von der Dorfjugend in piefigen Joint-Sessions angehimmelten und absolut unerreichbaren “So genial dass sogar verrückt” Eskapisten. Wie Matt Dillon in ”Drugstore Cowboy”: nur so lange genial, wie er Drogen nahm. Er war zu nah an allem dran. Musste aufhören. Locker hingehauene Momente der Wahrheit die einen alle ca. 2 Jahre wieder einholen und für immer unergründlich schön bleiben, da können sich auch ruhig die Alt-Punks mal locker machen mit dem dogmatisch bekloppten Anti-Psychedelic-Reflex. Die Musik-Geschichte liegt da und alles kann gut sein. Syd Barrett-Songs ganz besonders! R.I.P.
Wir Brauchen Mehr Neger, Muslime Und Kommunisten!
Grosser Abgang Zinedine Zidane. Ein Mann, der im Finale die Regeln selber macht. Ewiges Vorbild für alle Anarchisten und Gesichtseinfrierer. Und die Faschos? In Italien mit grossem Humor, der dadurch entsteht, dass sie keinen haben wollen (siehe auch die Duce-Operetten-Irren in den Lina-Wertmüller-Filmen). Der Lega-Nord-Politiker Roberto Calderoli behauptete, Frankreich habe mit “Negern, Muslimen und Kommunisten” gespielt und deshalb “um der Ergebnisse willen die eigene Identität verloren”, wie auf spiegelonline zu lesen ist. Selbstverständlich war Frankreich besser als Italien.
Small Parts Isolated and Destroyed
Laut Musik hören als Protest im Eltern- oder WG-Zimmer? War der Moment wichtig? Schlimmer noch: Musik beim guten Rotwein “goutieren”? Muss nicht/nur drüber diskutiert werden. Warum das gleiche mehr als 2mal hören? Verarmt da nicht das Gehirn? Weil die CD so teuer war will sie ja auch benutzt werden? Und jetzt schon wieder: Als Hauptbeschäftigung mit Kopfhörerchen immer wieder Varianten der gleichen von der Boykottwürdigen Musikindustrie gekauften Füll-CDs hören und die Pausen des Tags damit zuklatschen? Leere Hülle Kommunikationsverweigerung als Haltung? Apple ist ja auch selbst Schuld wenn sie im Manual von Songs reden, als gäbe es keinen anderen Inhalt von Sounddateien. Hört mit der Poplüge endlich auf.
Ein Film Für Die Ganze Familie: “Tarnation” Von Jonathan Caouette
Mutti ist verrrückt. Mutti ist die schönste. Sie hat ihre Ohrringe im selben Laden wie Elisabeth Taylor gekauft. Macht man so, wenn man ein Kinder-Model war. Opi hat sie vergewaltigt. Mutti hat Elektoschocks bekommen. In Texas glauben alle an Gott. Omi hat keine Zähne mehr und muß sterben. Enkelchen ist der beste. Um mit 13 in die Schwulenclubs zu kommen, hat er sich als schüchternes Gruftie-Girl verkleidet. Er wurde mißhandelt und von Opi und Omi adoptiert. Als er später Papi trifft, legt er seinen Arm auf seine Schulter, aber nicht direkt, sondern auf die Sofalehne. Er macht Filme, seit er fünf ist. Nun ist er Mitte 30 und lebt mit Mutti glücklich zusammen.
http://www.jungewelt.de/2006/06-29/048.php?sstr=tarnation http://www.taz.de/pt/2006/04/27/a0178.1/text
Duftgedächtnis: Zurück Zum Beton
Wenn die Bildzeitung heute die Nationalspieler “Klinsi, du mußt bleiben” fordern läßt und Kahn zum Abschied spielen soll, wird er’s nicht machen. “Zurück zum Beton” (S.Y.P.H.) Das weiß der weise-wahnsinnige Postmeister Wagner vom katholischen Grappa-Amt: “Lieber Jürgen Klinsmann, wär’ ich sie, dann würde ich…nicht bleiben. Nur die kurzlebigen Rosen haben dauerhaften Duft, (…) In unserem Duft-Gedächtnis wird Klinsi bleiben”. Wagner hatte auch schon einmal dem 10. September zum einjährigen Geburtstag gratuliert, ihn als den letzten Tag der Unschuld eingestuft und darauf hingewiesen, dass es entgegen dem allgemeinen Dafürhalten am 10.9.2001 geregnet hätte.