Schlaf schneller, Genosse

Web 2.0 Als Soziales Phänomen: Mach Auch Du Den Internetführerschein

web20_de.pngTim Berners-Lee hat schon recht. Ist alles da und wartet. Eine Dekade lang wurde eine Website bzw “das Internet” auch von ansonsten klugen Leuten als eine Art geschlossene einmalige Theatervorführung verstanden (mit Vorhang auf, Kapelle dudelt los, Slogan ruckelt rein, Navigation “baut sich auf”), die dann als binärer Flash-, Text-als-Bild- oder in Frames versteckter Insel-Mistklumpen halt für immer vor sich hinmodert. David Siegel könnte heute sagen “Bätsch, reingefallen!”, von wegen so fiesen Ideen wie Intro und Outro für eine Website in “Creating Killer Websites of the 3rd Generation” (ca 1996). Leider musste das jeder damals lesen.

Jetzt wird endlich einfach das Web wie es ganz ursprünglich gemeint ist von mehr Leuten erkannt und benutzt. Also: Web 1.0: Nur Geeks benutzen das Netz. Web 2.0: Schreiber, Künstler, Alternative, Intellektuelle benutzen das Netz. Web 3.0: Alle benutzen das Netz. Anders als behauptet findet der Fortschritt hauptsächlich dadurch statt, daß die Menschen sich endlich mehr an die Maschine anpassen. Andersum dauert das ja ewig.

Was Macht Die Kunst?

A. arbeitet einmal die Woche für eine Galerie. Es gibt immer was zu tun. Kommt die Steuerprüfung, sitzt er an einem Tisch einem Beamten gegenüber, beide blättern wortlos. Der eine in Rechnungen, der andere in blutigen SM-Fotoarbeiten.

Vor- Und Nachteile Des Alkoholismus

“Ich habe keine Probleme mit Alkohol, es sei denn, ich kriege keinen”.Tom Waits hat recht: Mit Alkohol kann man besser schreiben, lieben, scherzen, entspannen, tanzen, rauchen, reden, sich exponieren oder einschlafen. Superdroge, ziemlich preisgünstig. Macht anscheinend alles echter. Psychoaktiv in einem guten Sinn: Mit Alkohol hat man schon die tollsten Dinge erlebt und zwar unzählige. Unbezahlbare Momente der Wahrheit und Witze. Auch körperlich geht einiges: Mann und Frau haben weniger Sorgen. Beim Sex wird lauter gestöhnt und weniger Versagen befürchtet. Voraussetzung hierfür ist das Geschickttrinken (im Kampf gegen das Zuvieltrinken). Vom Morgenssaufenmüssen, Viel-zu-persönlich-nehmen, Dickerwerden, Kein-Sex-haben-können, Was-habe-ich-nur-getan-Ideen und anderen Fahrten in den Tod muss man nicht reden. Weiss eh’ jeder. Auch das Katerproblem wird übestrapaziert. Sex nach alkoholisierter Nacht ist besonders wertvoll. Fettige Speisen, Nudeln und komischerweise Salat schmecken im Katerzustand auch viel besser. Nicht zu vergessen die eiskalte Cola. Oder andere Limo, vorausgesetzt, sie ist nicht farblos. Trotzdem ist der Brand nicht richtig zu löschen. Es sei denn, man trinkt gar nicht oder weiter. Wirklich unangenehm ist nur der Backlash im Kopf nach mehreren Tagen der Trunkenheit. Der haut rein. In sich reingucken und feststellen: Drinnen ist es furchtbar leer. Da sitzt noch nicht mal der Teufel Alkohol.

Nerd-Regel (1)

“Wer mit irgendjemand pennt, gehört schon zum Establishment”

Sexualität Und Wahrheit (Was Die Kinder Singen)

“Leck mich am A, leck mich am B, leck mich am großen Zeh.” Anders als intendiert, will ich fast genau, dass das an mir gemacht wird. Aber ich gehe auch nicht zur Grundschule.

Mal Was Gutes Von Peter Hacks

An den Linken tut hauptsächlich ihr eingeschränkter Kulturbegriff stinken. Hardcore-Emblematiker dieser Szene verweisen schon seit längerem einfallslos auf Peter Hacks, dem noch nicht so lange verstorbenen Künstler mit Zigarettenspitze, Diener und Landsitz im selbstgewählten Dienst am Sozialismus. In früheren Zeiten war Bert Brecht der Mann für die Leute, denen sonst nichts eingefallen ist. Zugegeben war Hacks ganz lustig, aber mitnichten der klügste Mann für alle Lebenslagen, als den ihn “junge Welt” einschließlich/zuzüglich Wiglaf Droste nicht müde werden, zu hypen. Bald kommt “Heile Welt”, sein Ausflug in die Liebeslyrik, beim Eulenspiegelverlag raus. Kann man größtenteils vergessen, diese ältlichen und langweiligen Annotationen eines umständlichen Klugscheissers für das andere Geschlecht. Merkfähig allein seine Gleichsetzung von Liebe, Sex und Sowjetmacht in der Person von Josef Stalin. Das ist sehr putzig, wenngleich ernstgemeint - also ebenso originell wie jenseits. Aber so soll das Begehren doch auftreten oder etwa nicht?

http://www.jungewelt.de/2006/11-17/025.php

Warum Sind Gewerkschafter So Fett?

Im Fernsehen tragen Gewerkschafter Anzug. Die Funktionäre der Lohnabhängigen inzenieren Bewegung, Arbeiterbewegung: Im Anzug wie die Kapitalisten und ihre Knechte steckend, lassen sie sich wie Treibgut aus einem Sitzungssaal vor die Kamera spülen, um irgendetwas zu erzählen. In Wirklichkeit tragen die Gewerkschafler Baumwollhemden, leiden an Verfettung und Bluthochdruck. Sie hängen ihre geschafften Körper über Sitzgelegenheiten wie einen Mantel, den man nachlässig wo hinwirft. Die einzige Bewegung findet in ihrem aufgedunsenen Gesichtern statt: Dezentes Grinsen, Gähnen, Gucken. Brutales Zuhören scheint die letzte Anstrengung, zu denen sie fähig sind. Dabei schieben sie sich gerne Zuckerwürfel in den Mund wie andere Bonbons.