Schlaf schneller, Genosse

Rocky Und Rambo Für Jungjugendliche

rockyHab zuerst Rocky 3 gesehen. Wild mit den Fäusten schlagend ratschlagschreiend vor dem Fernseher getobt. Rocky 1 schien mir zu intellektuell. Rocky 2 war für mich das gleiche wie 1 nur mit gewonnen statt unentschieden. Rocky 4 war wunderbar over the top und holte Gefühle von Rocky 3 zurück (ich ahnte aber dass es eigentlich genau wie Supermann gegen Supermaus war. Nur Idioten behaupten Supermaus würde gewinnen). Rocky 5 nicht getraut zu kucken. Balboa gibts heute.

Rambo 1 hat nie mit seinen Vorschußlorbeeren mithalten können, das Geheule am Ende mit dem explodierenden Vietnam-Freund fand ich trotz ernstgemeintem Anteilnahmeversuch extrem peinlich. Rambo 2 hatte ich in meiner Videospiel-Kinder-Militaristen-Phase im Kino gesehen. Zur Verärgerung des eher kritischen Kino-Publikums gabs Standing Ovations von meinem Kumpanen und mir als John den russischen Dickklotz aus dem Hubschrauber geworfen hat. Rambo 3 kam dann zu spät und war nur noch blöd. Breitete zusammen mit den neuen Freunden vom Gymnasium den Mantel des Schweigens um den König des Action-Kinos.

Achja: Wer Sylvester Stallone wirklich mag, sollte unbedingt das vergessene und brutal unterbewertete City Cobra schauen. Lustig auch wie Judge Dredd und Cliffhanger scheinbar völlig vorurteilsbehaftet bewertet werden. Alles gute Action-Filme.

Materialien Zu Einer Soziologie Des Büroalltags (8)

A: Blablablabla - äh - urxxxxxx! B: Mmph. A: Verzeihung, ich muss mal eben kurz sterben. B: Was? A: Ich krieg keine Luft mehr. B: Das kommt vom Kiffen. A: Ich kiff’ schon seit Wochen nicht mehr. B: Echt? A: Meine Lunge sagt, ich soll nicht mehr rauchen. Sie will das unterstützen. B: Sehr freundlich.

Sophisticated Dancers Style 2007: Wassertreten

wassertretenWas ist bloss aus dem “Raven” geworden? Einst im Summer of Love von wilde-Arme-Ruderern gegründet, bleibt heute insbesondere bei den hetereosexuellen Grals-HüterInnen der elektronischen Tanzmusik analog zur mühsamen aber dann doch vollzogenen Studentisierung der Szene nur noch ein lasch-philosophisch anmutendes auf der Stelle treten übrig. Arme dazu Möchtegern-Schlaksig runterbaumeln lassen, wenn die Stimmung kocht aufs unangespannteste Siegesposen von vorgestern machen. Und am besten noch währenddessen “Musik-Nerd”-mäßig in Zweier- bis Dreier-Grüppchen über die Plattenkiste Plaudern. Ausgerechnet AusdruckstänzerInnen sind natürlich trotzdem nicht ausgestorben.

Left, Aber Nicht Looney

Der Klassenfeind guckt wieder genauer hin. Wenn die gesamte, erst noch zu gründende “Linkspartei” aus austauschbaren Strömungen, die wie zum Scherz tautologisch irgendwas mit links heissen (“Antikapitalistische Linke”, “Emanzipatorische Linke”, “Sozialistische Linke” etc), zu bestehen scheint, wird der “FAZ” keinesfalls unwohl. Eine Hinrichtung in drei Textabschnitten auf der letzten Seite des Feuilletons von heute:

  1. “Steigen Sie aus! Und zünden Sie sich keine Zigarre an!” (Überschrift)

  2. “Zwar sah es beim Kongress der ‘Sozialistischen Linken’ in Kassel auf den ersten Blick so aus wie bei einer Einführung ins Seniorenstudium. Aber für die Linke gilt wie für die Langhaarmode: Sie ist nicht totzukriegen.” (Bildunterschrift)

  3. “Grausam und unerotisch kann es auch bei CSU-Veranstaltungen zugehen. Da gibt es aber wenigstens Weissbier.” (Letzter Absatz)

Hier Spricht Der Papst

“Terroristen sind auch klug” (Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in der “taz” von heute).

Let’s Go Läppisch (Wer Liest Eigentlich “Neon”?)

Die Zeitschrift “Neon” ist die erfolgreichste Magazin-Neugründung der letzten Jahre. Im Unterschied zum “jetzt”-Heftchen der “Süddeutschen Zeitung”, aus dem “Neon” hervorging, entbehrt es Originalität, Stilwillen und schönen Texten. Alles ist flach und überflüssig. “Neon” ist so zermürbend wie das Warten auf die erst in 7 bis 12 Minuten fahrende U-Bahn (bei dem man in der Regel auf “Neon”-Reklame glotzen muss). Das Läppische wird in “Neon” brutal durchdekliniert, um die Leser im Dauerkinderzustand (geht bis zirka 35 Jahre) zu halten. Der Trick besteht darin, sie marktkonform zu Entscheidungsträgern aufzupumpen. Freundschaft, Sex und Beruf sollen permanent optimiert werden - entscheide dich jetzt! Anhand von Multiple-Choice-Texten werden Fragen beantwortet, die niemand gestellt hat. Aus dem aktuellen Heft: “Was würdest du gerne rückgängig machen?”, “Der Letzte zahlt die Zeche - stimmt das?”, “Bist du ein guter Freund?” Außerdem: “Du willst es doch auch! 26 tröstliche Tipps für alle, die mit ihrem Sexleben unzufrieden sind” und “Lebenslang bewerben. Vom Job bis zum WG-Zimmer: Wie wir uns ständig anpreisen müssen” (fast dasselbe). Was früher die Fabrik war, ist heute das Sofa, auf dem “Neon” gelesen wird: Das Gehirn ist hier deplaziert. Da die Kontexte und Kollektive systematisch ausgeblendet werden, gilt das Unfertige als Kuschelecke im “stahlharten Gehäuse der Hörigkeit” (Max Weber). Eine erstaunlich schlecht gemachte Zeitschrift für defensiv-desinteressierte Typen, die sich gern als Persönlichkeiten begreifen möchten (aber nicht wissen, wie man Souveranität richtig schreibt). “Die ihren Freunden Janosch-Karten zum Geburtstag schenken und Chagall-Kunstdrucke ins erste WG-Zimmer hängen” (“Süddeutsche Zeitung Magazin” über Kim Frank, den Sänger von Echt).

Penisprobleme Und Lösungsversuche

Es begab sich dieser Tage in China, dass einem Mann im Alter von 35 Jahren eine Art Penis aus Muskeln, Haut und Knochen modelliert wurde. Als Kind hatte ihm ein Hund Penis und Hoden abgebissen. Der Ersatzpenis sei 14 Zentimeter lang und ermögliche ihm “ein Sexleben und angenehme Gefühle” zu haben, sagten die Ärzte von der der Sun-Yat-Sen-Universität in Guangzhou, wenngleich “nicht so intensiv wie andere”. Die Hoden konnten nicht ersetzt werden. In China war 2005 die erste Penis-Transplantation der Welt vorgenommen worden. Allerdings hatte der Patient nach nach 14 Tagen verlangt, dass ihm das Organ wieder entfernt wurde. Er und seine Frau hatten Probleme damit, den Penis zu akzeptieren, der von einem verstorbenen Spender stammte, meldet AFP. Vor zirka 20 Jahren litt mein Patenonkel an Prostatakrebs, er schwor auf Exportbier, weil es dann so gut laufe. Im Verlauf seiner Behandlung setzten ihm die Ärzte zur Steigerung der stark verminderten sexuellen Leistungsfähigkeit einen Stab ein, der allerdings eine schwach radioaktive Strahlung aufwies: Es wurde davon abgeraten, sich meinem Onkel weniger als einem Meter zu nähern. Der Stab wurde wieder entfernt.

Kristallkugel Andersrum

Es in Cottbus endlich mal geschafft, im Stadion zu sein wenn die Spieler von Borussia Mönchengladbach aus ihrem Bus aussteigen. Marcell Jansen die Hand geschüttelt. Ihm gesagt, dass mit ihm die WM gewonnen worden wäre.  Er: “Ja, natürlich.”